Zeitzeuge berichtet von Erfahrungen mit SED-Regime

Zeitzeuge
Malte Hoffmann, Schüler des Geschichts-Leistungskurses der Q 2, berichtet von den unterrichtsergänzenden Aktivitäten:
„Den Schlusspunkt unterrichtsergänzender Aktivitäten des Geschichts-Leistungskurses setzte kurz vor dem Abitur ein Gespräch mit einem aus der ehemaligen DDR stammenden Zeitzeugen am 2.3.2015. Die Veranstaltung fand in lockerer Atmosphäre in unserem Oberstufenraum mit Schülern der Q2 und Q1 statt und stieß insgesamt auf eine positive Resonanz.
Das Gespräch während der Unterrichtszeit gab Geschichtsinteressierten die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, was es bedeutet, in einem Unrechtsstaat nicht systemkonform zu sein. Der Zeitzeuge erlebte, nachdem seine Eltern einen Ausreiseantrag gestellt hatten, eine Vielzahl von Repressalien, u.a. das Verbot zu studieren. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde er mehrere Monate inhaftiert und anschließend von der BRD freigekauft.
Der Dialog machte deutlich, dass Geschichtsunterricht nicht nur bedeutet, aus Schulbüchern zu lernen, sondern sich auch ein eigenes Bild vom Zeitgeschehen zu machen.
Diesem beeindruckenden Gespräch gingen mehrere inner-und außerschulische Aktivitäten voraus, so z.B. ein Besuch der Steinwache und des Industriemuseums in Oberhausen.
Ein weiteres besonderes Ereignis stellte das Ausarbeiten und Vortragen einer Rede am Volkstrauertag dar. Hier wandten mehrere SchülerInnen des Kurses ihre Kenntnisse an, um die Bedeutung von Krieg in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart zu reflektieren.
Uns Schülern ist im Laufe der Schulzeit deutlich geworden, dass insbesondere die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis von Kultur und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts liefert und außerdem der politischen und demokratischen Meinungsbildung dient.“