Zwei interessante Wochen an Townley Grammar School, Bexleyheath – Great Britain

Foto 3Schulmotto: „To strive, to seek, to find, and not to yield.“

 

Im Rahmen des Lehreraustauschprogrammes des pädagogischen Austauschdienstes hat Anne Pieper, Lehrerin für Englisch und Sozialwissenschaften, zwei Wochen an unserer englischen Partnerschule Townley Grammar in Bexleyheath (London Borough of Bexley) verbracht.

„Ich habe mich besonders für diese Schule interessiert, da ich schon seit mehreren Jahren gemeinsam mit Herrn R. Koch den Schüleraustausch zwischen FSG und Townley organisiere – bisher aber nie wirklich die Möglichkeit hatte das englische Schulleben intensiv kennenzulernen.

Townley Grammar School wurde 1937 als reine Mädchenschule gegründet. Die Schülerinnen kommen erst ab der 7. Klasse zu dieser weiterführenden Schule. In den letzten beiden Jahren der Oberstufe (Sixth Form) können auch einige Jungen am Unterricht teilnehmen.

Während meines Praktikums konnte ich bei verschiedenen Kolleginnen und Kollegen in unterschiedlichsten Fächern an über 40 Unterrichtsstunden teilnehmen. Dabei habe ich viele interessante Anregungen erhalten und wir hatten die Chance gegenseitig Erfahrungen und Material auszutauschen. Einige Unterrichtsstunden habe ich auch selbst halten können (z.B. deutsches politisches System, Wahlen, deutsches Schulsystem). Außerdem habe ich mehrere Infoveranstaltungen zum FSG – Townley Exchange durchgeführt.

Besonders interessant war außerdem ein Fremdsprachenwettbewerb (z.B. Deutsch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Spanisch), der an einer Nachbarschule veranstaltet wurde. Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen in Bexley konnten teilnehmen. Ich selbst hatte die Chance zusammen mit anderen Kollegen als Jurorin die deutschen Prüfungen zu bewerten.

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Während meiner Zeit in Bexleyheath sind mir natürlich viele Dinge aufgefallen, die in Townley anders organisiert sind als bei uns. Hier nur ein paar Beispiele:

Die Schülerinnen tragen eine Schuluniform (graue Röcke, graue Blazer mit Schullogo, blau-weiß karierte Blusen, graue Pullover, schwarze Kniestrümpfe oder Strumpfhosen, schwarze Schuhe.

Schmuck darf nicht getragen werden. Außerdem sind Make-up und Nagellack absolut verboten.

Es gibt ein House System, das heißt, dass die Schülerinnen innerhalb der Schule einem bestimmten Haus (benannt nach griechischen Göttinnen: Aphrodite, Artemis, Persephone, Athene, Hestia, Hera, Demeter) zugeordnet werden. Jedes dieser Häuser steht für bestimmte Qualitäten, die die Schülerinnen im Laufe ihrer Schulzeit erlangen sollen (z.B. Demeter: Großzügigkeit – Verantwortung – Beharrlichkeit). Für besondere Leistungen / Verdienste kann jede Schülerin für ihr Haus sogenannte house points sammeln. Am Ende des Schuljahrs erhält das erfolgreichste Haus einen Pokal.

Bevor die erste Unterrichtsstunde beginnt, müssen die Schülerinnen sich mit ihren form teachers treffen, jeder Name wird aufgerufen und die Anwesenheit wird überprüft (registration).

Wenn man als Besucher in die Schule kommen möchte, kann man nicht einfach das Gebäude betreten, wie das an unserer Schule z.B. der Fall ist. Man muss sich erst registrieren lassen und dann immer einen Ausweis sichtbar bei sich tragen. Diese Ausweispflicht gilt auch für alle Lehrer.

Foto 5Wenn man das Schulgelände verlassen möchte, dann muss man sich zuerst wieder abmelden. Das gilt auch für Oberstufenschüler, die das Schulgelände während der Mittagspause verlassen wollen. Ihre Freistunden müssen sie aber in einer study hall verbringen.

 

Stundenplan:

8:50 – 9:10 registration / assembly / form time
9:10 – 10 first lesson
10 – 10:50 second lesson
10:50 – 11:10 break
11:10 – 12 third lesson
12 – 12:50 forth lesson
12:50 – 1:55 lunch
1:55 – 2:45 fifth lesson
2:45 – 3:35 sixth lesson
after 3:35 after school: different clubs

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Fächerangebot:

Das Fächerangebot ähnelt sehr dem unseren. Allerdings werden zusätzliche Fächer wie z.B. Classical Civilisation, Dance, Italian, Spanish, Theatre Studies, Textiles und Product Design unterrichtet.

Sehr interessant war auch mitzuerleben, dass schon Grundschüler einmal in der Woche an die Schule kommen, um dort mit Computern und Grundzügen des Programmierens vertraut gemacht zu werden. Die Schüler arbeiten mit Scratch und lernen so spielerisch die Grundkonzepte der Computerprogrammierung kennen und können eigene Projekte kreativ umsetzen.

Interessante Lernstrategien:

 Thinking Ladder (Create – Evaluate – Analyse – Apply – Understand – Remember)

 PEEL (Project for Enhancing Effective Learning)

 Thinking Maps (Questions → Thinking Processes → Thinking Maps as Tools (tree map, flow map, cause and effect diagram, venn diagram, …)

 Umgang mit Lehrer-/Mitschüler-Feedback zur Verbesserung der eigenen Leistungen:

DIRT (Directed/Dedicated – Improvement / Independent – Reflection – Time)

 Die Zeit an der Townley Grammar School war sehr interessant und bereichernd. Ich kann mich nur ganz herzlich bei allen englischen Kolleginnen und Kollegen und der Schulleitung insgesamt bedanken. Ich wurde herzlich aufgenommen, alle haben sich sehr viel Zeit genommen z.B. um mir die verschiedensten Bereiche der Organisation der Schule zu erläutern, mich mit Material zu versorgen, mir die Chance zu geben in Unterrichtsstunden zu hospitieren, viele anregende Gespräche zu führen und auch im außerschulischen Bereich viele schöne Dinge zu erleben (z.B. gemeinsame Abendessen, Quiz Night, Theater- (Shakespeare in Love) oder Museumsbesuche (Museum of London).“

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